Presse

29.07.2019

Helmut Wolf zeigt neue Holzfiguren

Frauen mit Häschen- oder Löwenkopf und Männer in rosa Ballettröckchen: Kurios und grotesk sind Helmut Wolfs Holzfiguren.

Von Ulrich Kelber, MZ

Pielenhofen. „Wichtig sind mir Humor, Witz und manchmal auch Zynismus“, sagt der Bildhauer, dessen künstlerisches Anliegen ganz einfach lautet: „Beim Betrachter ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

2019 ist für Helmut Wolf das Jahr des 60. Geburtstags. Aber seine neue Ausstellung in Distelhausen an der Naab will keine Retrospektive sein. Es sind fast ausschließlich Arbeiten zu sehen, die in den letzten Monaten entstanden sind. Das spricht für die überbordende Fantasie und die unermüdliche Schaffensfreude des Mannes, der sich als „Beobachter von Menschen“ bezeichnet.

Wolf gestaltete Kulturpreis
Ein paar Beispiele sollen überdies zeigen, dass der Künstler nicht nur mit Holz umzugehen weiß. Grafiken verraten das große zeichnerische Talent und einige Bronze-Statuetten überraschen mit ihrer grazilen Leichtigkeit. „Holz ist mühsam wegzuhauen“, bekennt Wolf, der deshalb zur Abwechslung mal gerne auf eine fast spielerische Weise mit Modellierwachs arbeitet. So hat Wolf, der sein Atelier in Beratzhausen hat, auch die Trophäe für den vom Landkreis Regensburg vergebenen Kulturpreis gestaltet, der erst dieser Tage wieder verliehen wurde.

Wolf ist Holzbildhauermeister und war zunächst vorrangig als Restaurator tätig, was in Bayern vor allem die Auseinandersetzung mit lebensfroher Barockkunst bedeutet A uch als er dann endgültig zur freien künstlerischen Arbeit fand, blieb er der Figürlichkeit treu. Mensch und Tier stehen im Mittelpunkt, verschmelzen oft zu sonderbaren Mischwesen. Ähnlich stellten schon die alten Ägypter ihre Götter dar, wo es die katzenköpfige Bastet gab, Thot mit einem Ibiskopf oder Anubis in Gestalt eines Schakals. Mythologisch wird es auch in einer ganz anderen Arbeit: Da sieht ein Bierdimpfl aus der Schaumkrone seines Getränks eine Aphrodite emporsteigen.

„Herbert im Tütü“
Was hat es aber mit den Männern im Ballettröckchen auf sich? Inspiriert dazu wurde Helmut Wolf von dem amerikanischen Fotografen Bob Carey. Bei einer Ballettreportage schlüpfte er selbst in einen rosaroten Tutu, um mit diesen Fotos seine erkrankte Frau aufzumuntern und zum Lachen zu bringen. Aus dieser Travestie wurde dann ein viel beachtetes, weltumspannendes Projekt. Ein ungewöhnlicher Liebesbeweis, den Wolf auf seine Art mit bemalten Holzskulpturen aufgreift.

Mit „Herbert im TüTü“ gibt es da sogar ein richtiges Porträt. Wer damit gemeint ist, verrät Wolf nur in Andeutungen, spricht von „Regensburgs First Lady“ und dem „Prinzgemahl“, der voller Bewunderung für seine Frau sei.

Ausstellung:
Die Ausstellung in der Galerie Carola Insinger in Distelhausen dauert bis zum 18.August. Geöffnet am Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertag von 14 bis 18 Uhr.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung , Artikel und Fotos

Helmut Wolf arbeitet oft mit Holz, auch wenn es mühsam ist. Foto: Ulrich Kelber

Helmut Wolf arbeitet oft mit Holz, auch wenn es mühsam ist. Foto: Ulrich Kelber

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