Presse

27.07.2007

Fließende Farben bis zum vibrierenden Ganzen

Draußen in Distelhausen: Die Münchner Malerin Roswitha Huber in der Galerie Carola Insinger.

Von Harald Raab, MZ

DISTELHAUSEN. Einige wenige landwirtschaftliche Anwesen, ein großer Campingplatz: Distelhausen an der Naab, auf halber Strecke zwischen Regensburg und Kallmünz, ist nicht gerade als Kunstort bekannt. Doch gibt es dort seit einiger Zeit die Galerie Carola Insinger. Wenn die am vergangenen Wochenende eröffnete Ausstellung mit Malerei von der Münchner Künstlerin Roswitha Huber angepeilter Qualitätsmaßstab auch in Zukunft ist, lohnt es sich, in Pielenhofen über die Naab-Brücke und zwei Kilometer wieder flussabwärts nach Distelhausen zu fahren.

Florale, biomorphe Formen
Gediegenes Ambiente im renovierten Bauernhof, zwei helle, großzügige Räume, ideal für die Präsentation von Kunst, im nicht zu großen, aber auch nicht zu kleinem Stil.

Roswitha Huber, Jahrgang 1966, ist diplomierte Absolventin der Akademie der bildenden Künste München, nach künstlerischer Ausbildung am California College of Arts in San Francisco und der Nürnberger Kunstakademie. Was sie an teils großformatigen Leinwandarbeiten in Distelhausen zeigt, lässt sie mit einigem Recht als eine Nachfahrin der Gruppe SPUR verorten, jedoch mit einem stark rationalen Arbeitsprinzip. Ihr künstlerisches Interesse gilt der Farbe und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten.

In aktuellen Malereien beschäftigt sich die Künstlerin mit der Wechselwirkung von Farbzonen. Vertikal und horizontal aufgerollte Farbstreifen, mal zart zurückhaltend, mal mit dominierender Präsenz, treten in Beziehung zueinander, gehen Verbindungen ein, stoßen sich ab. Die Grenzen sind fließend. Farbenergien steigern sich zum optisch vibrierenden Ganzen. Ein Mix aus Wasserfarben, Lacken, partiellen Lasuren bestärkt die geheimnisvoll leuchtende Anmutung. Zum gerollten Farbauftrag kommen Schüttungen kontrollierter Farbverläufe.

Auf anderen Arbeiten tauchen florale, biomorphe Formen auf, verbinden sich zu einem bunt korrespondierenden Patchwork. Bis zu 20 Farbschichten überlagern sich. Es entsteht eine Dichte von oszillierend hervortretenden und wieder in den Hintergrund abtauchenden Farbräumen. Alles in Kompositionen mit einem Rhythmus, in dem Wiederholung und Variation zum großen Fest der Augenweide einladen, in der Tradition von „Colorfield Painting“. In wieder anderen Malereien sind Landschaftsanmutungen assoziierbar.

Roswitha Huber, die auch im Bereich Installation experimentiert, ist eine Künstlerin von souveräner Ausdrucksstärke und differenziertem Farbdenken. Intellektuelle Sublimierung, auch emotionale Anverwandlung lassen ihre Arbeiten zur gewinnbringenden Begegnung mit Kunst werden. Nicht nur, weil Farbe eine Universalsprache ist.

Noch bis 19. August in der Galerie Carola Insinger, Distelhausen 1, 93188 Pielenhofen. Geöffnet Sa./So. 15 bis 18 Uhr – und nach Vereinbarung.

Quelle: Mittelbayersiche Zeitung , Artikel und Fotos

via Facebook teilen

www.i-dreams.de - i-dreams IT-Dienstleistungen & WebServices